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Pferdesprache

 

Dieses Glossar erklärt einige der auf unserer Website benutzten Begriffe und liefert Ihnen bereits einige Antworten auf Ihre Fragen. Außerdem kann es bei der Vorbereitung eines Besuches des Haras du Pin hilfreich sein.

 

 

Abzeichen : weiße Fellflecken (darunter ist die Haut rosa) an der Innenseite der Gliedmassen.


Balance : Fähigkeit des Reiters, im Gleichgewicht im Sattel zu bleiben. Dies erfordert eine gewisse Geschmeidigkeit der Schenkel, um dem Pferd in seinen verschiedenen Gangarten aktiv folgen zu können. Man spricht dann von einem Reiter mit einer guten Balance. 
Barriere : Spezielle Einfassung auf Rennplätzen, die die Rennstrecke für die Pferde von den Zuschauern abtrennt. Für einen Reitplatz werden z.B. speziell niedrige Barrieren eingesetzt, um eine Begrenzung vorzugeben, ebenso beim Dressurreiten, bei dem das „Dressureck“ auf 20 m x 60 m festgelegt ist.
Beschäler : bezeichnet die Person, die für die Fortpflanzung zuständig ist. Sie führt das männliche Pferd (Hengst) zur Stute, damit diese gedeckt wird. Oder die Person nimmt die künstliche Besamung vor.
Beschälen (Periode des Beschälens) : Der Zeitraum („von Amts wegen“), in dem die Fortpflanzung bei Pferden erlaubt ist. Grob erstreckt sich dieser Zeitraum von Februar bis Oktober.
Box : Individueller, überdachter Stellplatz für ein Pferd. In einem Pferdestall befinden sich mehrere Boxen. Die Grösse liegt bei ca. 3 m x 3 m. Das Material ist sowohl wetterfest als auch unempfindlich gegen Tritte und Belastung durch die Pferde. Die Box muss hell, geräumig, gut belüftet und gut ausgestattet sein, damit sich das Pferd bis zu 22 Stunden am Tag darin wohl fühlt.


Decken : Paarung von Tieren zum Zwecke der Fortpflanzung. Man benutzt ebenfalls die Bezeichnung „Beschälen“. Die Paarung kann auch durch künstliche Besamung erfolgen.
Dressurvorführung : eine Vorführung, bei der ein Reiter mit seinem Pferd innerhalb eines Dressur-Wettbewerbs vorgegebene Figuren und/oder Schritte nach einer vorgeschriebenen Choreographie ausführt. Dieser  Begriff wird auch verwandt für Gruppen-Dressurunterricht (wobei die verschiedenen Leistungsniveaus Berücksichtigung finden), dabei müssen sich die einzelnen Teilnehmer mit ihren Pferden in die „Schlange stellen“ und werdeb von ihrem Reitlehrer aufgerufen.


Equiden : Art von pflanzenfressenden Säugetieren, Huftiere, Gattung equus (Pferd). Sie definieren sich durch einen einzelnen Zeh, Einhufer (Unpaarhufer).
Equin : Adjektif, das eine Beziehung  zum Pferd herstellt (Pferde-, pferdeartig), z.B. Pferdesektor, Pferdearzneimittel etc..
Entwöhnung : Zeitpunkt (meist im Alter von 7 Monaten), zu dem man das Fohlen von seiner Mutter trennt. Die Ernährung des Fohlens mit ausschliesslich Muttermilch reicht dann nicht mehr aus. Die Entwöhnung kann allmählich vorgenommen werden (Trennung von Mutter und Fohlen während einiger Nächte) oder unmittelbar.


Fell : die gesamten Haare des Tierkörpers. Die Unterscheidung der verschiedenen Felle in Grundtypen basiert auf vier Kriterien: Farbe der Haare, Farbe der Extremitäten (Mähne, Schweif und Unterbeine), Farbe der Haut (auf dem gesamten Körper), Farbe der Augen. Es gibt drei verschiedene große Familien der Grundfarben eines Fells: schwarz, rotbraun und Rotfuchs, und andere.
Füllen : Name für ein Fohlen während seines ersten Lebensjahres. Mit ungefähr 7 Monaten wird das Füllen von seiner Mutter getrennt (abgestillt).

 

Gangart : die Art und Weise als auch die Geschwindigkeit, mit der ein Pferd sich bewegt. Das Pferd verfügt über drei Grund-Gangarten: Schritt, Trab, Galopp. Man spricht von einem Pferd mit einer schönen Gangart, wenn es sich geschmeidig und mit einem gewissen Schwung fortbewegt.
Gestüt : Zuchtbetrieb für Pferde, in dem Stuten und Zuchtstuten untergebracht sind. Man spricht auch von einem Gestüt als Platz, an dem Hengste und Stuten zur Fortpflanzung zusammen geführt werden.


Haute Ecole :„Hohe Schule“ der Reitkunst, Ausführung von Figuren und Gangarten, die eine lange und strenge Ausbildung des Pferdes erfordern. Die Croupade, die Courbette, die Capriole, die Pirouette sind Sprünge und Figuren aus der Hohen Schule. Die Passage, die Piaffe sind Gangarten aus der Hohen Schule. In Frankreich ist vor allem der berühmte „Cadre Noir“ in Saumur für diese klassische Reitkunst bekannt, die nur von den best ausgebildeten Reitern vorgeführt werden kann. 
Hengst : bezeichnet in der Gattung der Equiden das männliche Tier, das zur Fortpflanzung bestimmt ist. 
Herkunft : geographisch begrenzte Region unterschiedlicher Größen, die man als Ursprungsgebiet einer Rasse definiert. Wirtschaftliche, soziale und Nutzungsfaktoren sind eng mit der definierten Region verbunden. Die Bezeichnung der Rasse kann, muss jedoch nicht, mit dem Namen der Region in Zusammenhang stehen, wie z.B. die Rasse Percheron mit der Region Perche.  Hetzjagd : Jagd, bei der das zu jagende Tier von einer Hundemeute verfolgt wird. Man unterscheidet die große und die kleine Hetzjagd; bei der großen Hetzjagd verfolgt der Jäger das Tier zu Pferd.
Hufbeschlag : bewahrt die Unversehrtheit des Pferdehufes, die Anatomie des Fusses für seine verschiedenen Funktionen. Der Hufschmied bringt ein Eisen unter den Huf des Pferdes an. Verschiedene Typen (sowohl in Form als auch in Material) richten sich nach der Form des Hufes  und nach dem Einsatz des Pferdes.

Identifizierung : Verfahren durch eine autorisierte Person zur Feststellung der natürlichen Merkmale, der individuellen Kennzeichen und der physischen Besonderheiten eines Pferdes.

Jährling : Fohlen zwischen eins und zwei Jahren. Bezeichnung wird vorwiegend bei englischen Vollblütern angewandt.

 
Künstliche Besamung : Mittel der künstlichen Fortpflanzung; der Begriff umfasst alle notwendigen Schritte, von der  Spermiengewinnung beim Hengst bis zur künstlichen Deckung der Stute.


Lahmheit : Fortbewegung mit einer falschen Bewegung, die zu Unregelmässigkeiten in der Gangart führt. Das Pferd entlastet das beeinträchtigte Glied durch Ausübung geringen Drucks. Ursprung und Lokalisation des Lahmens sind verschiedenartig: Sehnenentzündung, Aufprall eines Schultergelenkes, Abszess an einem Fuss….
"Lockvogel" : Hengst, der die Brunst der Stuten aufdecken soll; er selbst wird nicht zur Deckung eingesetzt. Die Stute wird dazu in ein durch Barren abgetrenntes Gelände gebracht und vom Hengst „beschnüffelt“. Je nach ihrem Verhalten kann bestimmt werden, ob sie paarungsbereit ist oder nicht. Im letzteren Fall wird sie dem Hengst gegenüber abweisende Zeichen geben.

Manege : Überdachter Raum, meist viereckig, mit einem weichen Boden (Sand oder geotextiles Material), in dem der Reiter sein Pferd trainiert, in dem Reitstunden genommen werden. Da sie mit künstlichen Lichtquellen versehen ist, kann die Manege jederzeit genutzt werden. Minimalgröße liegt bei 20 m x 40 m. Der untere Teil der Mauern ist schräg, um die Beine der Pferde und der Reiter zu schützen.
Ein solcher Raum, der nicht überdacht ist, nennt man Reitplatz. 
Maulesel : Nachkommen eines männlichen Pferdes und eines weiblichen Esels. Die Hybriden sind steril.
Maultier : Nachkommen eines männlichen Esels und einer Pferdestute. Das Ergebnis kann ein männliches oder weibliches Maultier sein. Diese Hybriden sind steril. 
Mikrochip : Winziges Element (von der Grösse eines Reiskorns), das dem Pferd direkt unter die Haut an der linken Halsseite injiziert wird. Es enthält kodierte Informationen (individuelle Identifikationsnummer), die mit einem entsprechenden Gerät leicht zu entziffern sind. Die Identifikationsnummer wird beim SIRE eingetragen (nationale Datenbank für die Gattung der Equiden). Als Kurzform nennt man dieses Element „chip“.
Milchstute : Stute, die ihr Fohlen noch mit ihrer Milch ernährt.

 

Paddock : Pferdekoppel, eingezäuntes Aussengelände mit Boden aus Sand oder Gras, und dessen Grösse es dem Pferd erlaubt, frei herumzulaufen. Oftmals ist ein Unterstand vorhanden.
Pferdepflege : umfasst das komplette tägliche Programm der Tierpflege: Striegeln des Körpers, der Mähne und des Schweifs, Reinigen und Fetten der Hufe. Man benutzt Striegel (Schaber aus Gummi oder Metall, um den Schmutz aus dem Fell zu entfernen) als auch verschiedene Bürstensorten (mit harten oder weichen Borsten) je nach Körperteil. 
Pony : kleines Pferd, dessen Stockmass 1,48 m nicht überschreiten darf. In Frankreich existieren 11 verschiedene, durch die Nationalgestüte anerkannte, Ponyrassen.

 

Rasse : Gruppe von Tieren mit ähnlicher Morphologie, die, je nach ihrer Nutzung, in verschiedene Familien klassifiziert werden, wie Zugpferde, Vollblüter, Ponys und Esel. Die Tiere werden entweder reinrassig oder als Kreuzung eingesetzt. An dieser Stelle sei das Auslese-Programm erwähnt, wobei ein Tier aus den verschiedenen Familien als Zuchttier definiert wird. Registrierungskarte : zweiseitige Karte, die den Namen des Pferdebesitzers zeigt. Die Registrierungskarte weist die gleiche Idenfikationsnummer („SIRE“-Nummer) des Pferdes auf wie im „Ausweis“ des Pferdes,  sowie den Namen des Pferdes und den oder die Namen des oder der Besitzer. Im Falle von mehreren Besitzern, höchstens vier, wird der prozentuale Anteil der Besitzer ausgewiesen. (Ein Miteigentum wird erwähnt). Die Rückseite des Dokumentes enthält einen Kaufvertrag, der im Falle eines Besitzerwechsels vom Verkäufer und Käufer ausgefüllt und unterschrieben werden muss. 
Reit-/reiterlich : Adjektiv für alle Verbindungen zwischen Mensch (Reiter) und Pferd, vor allem bezüglich Reit- und Rennsport. Man spricht von Pferdesport, wenn olympische Disziplinen gemeint sind (Springreiten, Dressur, Kunstreiten…). 
Reitplatz : Aussenanlage, für die tägliche Bewegung des Pferdes oder für Wettbewerbe in der Dressur, Springreiten. Aufgrund seiner Größe (mindestens 20 m x 40 m) können mehrere Reiter gleichzeitig reiten. Meistens ist der Boden aus Sand, Rasen oder einem wasserdurchlässigen Vliesstoff, um die Gelenke der Pferde zu schützen. Das Gelände ist mit waagerechten Balken (Barrieren) abgetrennt. Ein überdachter Reitplatz wird zu einer Manege.


SIRE : Système d’Informations Relatif aux Equidés (nationale Datenbank für die Gattung der Equiden). Hier werden alle Stammbäume und wichtige Details eines jeden in Frankreich geborenen und offiziell registrierten Pferdes aufgezeichnet. Die Datenbank enthält ebenfalls umfangreiche Informationen zu Zuchtregulationen, Stammbäume bis zurück ins 19. Jahrhundert, Wettbewerbsergebnisse von Rennpferden und vieles mehr. 
Stallbursche : (veraltete Bezeichnung) heute eher Pferdepfleger genannt; Person, die für die tägliche Pferdepflege zuständig ist: Fütterung, Fellpflege, grundmedizinische Versorgung … Er unterhält den Lebensraum der Pferde (Stallungen, Manege…), aber auch das notwendige Material zum Reiten oder Gespannfahren (Ausstaffierung, Sattel…) Diese Person kann auch Reiter oder Kutschfahrer sein. Sie hat eine spezielle Ausbildungsprüfung abgelegt. 
Stammbuch ("Stud-book") : führt die gesamte Ahnenfolge einer Rasse auf. So werden die Vorfahren, die Nachkommen und die Seitenlinien eines Pferdes eingetragen.
Standard : durch das nationale Stud-Book vorgegebene Charakteristika einer definierten Rasse wie morphologische Kriterien und Kriterien zur Nutzung des Tieres.
Stutenfohlen : junges weibliches Pferd bis zu seinem vierten Lebensjahr. Ein Stutenfohlen hat noch keine Nachkommen.

 

Vollblut : Pferd, dessen leichterer Körperbau ein Satteln zulässt, das Pferd damit zum Reitpferd wird.
Voltigieren : Reitdisziplin, bei der der Voltigierer akrobatische Kunststücke auf dem Rücken des Pferdes ausführt, wobei das Pferd mit einer Longe geführt und einen Kreis im Galopp reitet.


Wallach : kastriertes Pferd, das endgültig aus dem Fortpflanzungszyklus herausgenommen wird. Zweck der Kastrierung ist eine Verhaltensänderung beim Pferd: es wird ruhiger. 
Widerrist : der erhöhte Übergang vom Hals zum Rücken  des Pferdekörpers, eine mehr oder weniger markierte Masse. Davor befindet sich der Hals, dahinter der Rücken. Der Widerrist ist ein empfindlicher Körperteil, da wenig Fleisch vorhanden ist, und muss daher geschützt werden. Ein passender Sattel und eine Satteldecke sind notwendig.


Zaumzeug : Ausrüstungsgegenstand, meist aus Leder, mit justierbaren Riemen und Stahlelementen, die im Maul des Pferdes platziert werden. Es dient zur präzisen Führung des Pferdes mit Hilfe der Zügel. Im Gegensatz zur Trense, bei der nur ein Stahlelement im Maul des Pferdes platziert wird, hat das Zaumzeug zwei Stahlelemente: ein Gewinde und die Kandare. 
Zuchtesel : unabhängig von der Rasse ausschließlich zur Fortpflanzung eingesetzt. 
Züchter : Person, die automatisch bei der Geburt eines Fohlens seiner Stuten Besitzer des Fohlens wird. Diese Person ist Züchter des Fohlens, wenn nichts Gegenteiliges vermerkt wird. 
Zuchtstute : Weibliches Pferd, das bereits mindestens einmal gedeckt wurde. Ein noch nicht gedecktes weibliches Pferd nennt man „Maiden“ (Jungfrau).
Zugpferd : Pferd mit massivem Körperbau, stark, was seinen Einsatz in der Landwirtschaft begründete. Heute sind durch die französischen Nationalgestüte 10 Rassen als Zugpferde anerkannt. Absatzmärkte aktuell sind Fleischproduktion und Einsatz im Freizeitsektor. 
Zureiten : Einzelne Etappen in der „Erziehung“ eines Pferdes mit dem Ziel, dass dieses Befehle des Menschen befolgt, um als Reit- oder Gespannpferd eingesetzt werden zu können. Zu Anfang muss das Pferd an menschlichen Kontakt gewöhnt werden, an sprachliche Befehle, an Ausrüstung (Anlegen der Trense, Gurte …). Zureiten muss in einer ruhigen, Vertrauen schaffenden Atmosphäre erfolgen. Zureiten ist dann erfolgt, wenn das Pferd auf einen einfachen menschlichen Befehl hin entsprechend reagiert.